V(iel) P(rivatsphäre) N(ötig)?

Ich sagte es bereits: In Hidemyass habe ich mich getäuscht. Britische Gerichte können die Identität von Nutzern des VPN-Dienstes aufdecken. Die Jahresgebühr, die ich gezahlt habe, ist wohl so etwas wie Lehrgeld. Ich hätte mich ja auch vorher genau informieren können.

Der VPN-Service VPNTunnel funktioniert anders. Das ist ein ehemals schwedischer, nun von den Seychellen aus betriebener Dienst. Das heißt, die Betreiber haben mit EU-Regelungen nichts zu tun – auch nicht mit Vorratsdatenspeicherung.

Konkret heißt das, so schrieb mir ein Mitarbeiter:

We don’t store any logs whatsoever, as our company is based outside the EU and we do not fall under mandatory data retention laws. All we store is our customers‘ usernames and email addresses. All the connection logs are stored on your computer for troubleshooting purposes, and we do not have access to them. 

Also: Sollte irgendein Gericht an die Firma herantreten und meine Daten haben wollen, könnten die Betreiber nur sagen, wer ihre Kunden sind – nicht, wer was wann gemacht hat. Das ist wirklich ziemlich anonym.

Es gibt viele Wege, eine über VPNTunnel gesicherte Verbindung herzustellen – mehrere Windowsprogramme, mehrere Möglichkeiten auch für mobile Geräte. Ich habe sogar meinen Router dazu gebracht, sämtliche über ihn laufende Verbindungen über die fremde IP laufen zu lassen. Die Geschwindigkeit bei deutschen, vor allem aber bei niederländischen Zugriffspunkten ist wirklich gut. Da einige Apps auf unserem Smart-TV jedoch eine deutsche IP brauchen, habe ich die Lösung mit dem Router verworfen und nutze die VPN-Verbindung nun einzeln auf meinem Notebook und meine Mobilgeräten.