Facebook+Whatsapp vs. Datenschutz – der Showdown

Zwischen Whatsapp, Facebook und dem Datenschutz scheint es zu einem Showdown zu kommen: Zum Start der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die ein einheitliches, hohes Schutzniveau für personenbezogene Daten in ganz Europa sichern will, wurde bekannt, das Facebook mehr Daten als bisher mit Facebook austauscht, u.a. die Mobilfunknummer.
Gleichzeitig geht der Aktivist Max Schrems mit der Grundverordnung im Rücken gegen Whatsapp, Facebook und Google vor.
Auch ich warte noch auf eine Mail vom Whatsapp-Support in Sachen DSGVO.

Wie das Spiel ausgeht, ist ungewiss. Doch scheinbar gibt es erstmals seit Snowdens Enthüllungen wieder eine breite Öffentlichkeit, die den Schutz persönlicher Daten will. Ich vermute, Die nächsten Wochen und Monate werden viel Dreckiges an den Tag bringen – aber (siehe der BND-Rückzieher)
Wer sich für Datensouveränität stark macht, ist nicht mehr allein!

Die Macht der Psychometrie

Wie das Magazin „New Scientist“ berichtet, waren persönliche Daten von 3 Mio. Facebook-Nutzern eine lange Zeit im Internet frei zugänglich. Wie beim (etwas dramatisierten) Cambridge-Analytica-Fall war wieder eine Facebook-App verantwortlich für das Datenleck.
Dieser unterhaltsame Kurzfilm erklärt die Hintergründe des „Mypersonality“-Quiz‘ und die hinterfragt die Macht der Psychometrie.

BND knickt vor Netzgemeinde ein

Der BND beugt sich dem Druck von datenschutzsensiblen Internetnutzern und speichert künftig keine Verkehrsdaten mehr in der VERAS-Datenbank . Bis zu einem von „Reporter ohne Grenzen“ angestrengten Gerichtsurteil im Dezember 2017 hatte der Geheimdienst die Informationen, wer von wo nach wo ins Ausland telefoniert oder mailt, gesammelt (und das freilich nicht nur, aber auch von Journalisten) und in der u.a. von der Bundesdatenschutzbeauftragten kritisierten Datenbank gespeichert. Dass so genannte Metadaten Gold wert und für die systematische Überwachung von Menschen viel wertvoller sind als Inhaltsdaten, ist in diesem Blog schon häufig erwähnt worden und wird auch herrlich im ironische Text von Kurt Opsal, Why Metadata matters, dargestellt

Reporter ohne Grenzen hatte daraufhin ein Onlinetool bereit gestellt, mit dem sich Internetnutzer vom BND bestätigen lassen konnten, dass ihre Daten nicht mehr gesammelt würden. Ich habe das getan, und mir offenbar so viele, dass es dem Geheimdienst zuviel wurde. Er stellt die Metadatensammlung für die VERAS-Datenbank nun komplett ein. Dass damit die anlasslose Datensammlung von Bürgern grundsätzlich ein Ende findet ist angesichts der Kooperationen u.a. mit der NSA nicht zu erwarten.
Immerhin zeigt der Coup von ROG aber, dass wir tatsächlich Macht im Netz haben.