Zwei Termine/Vorträge

In der kommenden Woche lade ich herzlich zu zwei Veranstaltungen ein, auf denen ich als Referent tätig bin:

Am Dienstag, 12. Februar 2019, werde ich im Rahmen des „Politischen Stammtischs“ der Ludwig-Windthorst-Stiftung mein Buch „Die Mensch-App“ vorstellen. In einer zwanglosen Runde politisch Interessierter werde ich einen Impuls zur Wirklichkeitsdeutung im Netz geben und diese in einem Kamingespräch zur Diskussion stellen. Das Gespräch findet ab 18 Uhr im Emslandkeller des Ludwig-Windthorst-Hauses in Lingen statt, der Eintritt ist frei. Infos gibt’s auf der LWH-Homepage.

Am Donnerstag, 14. Februar, halte ich in der VHS Rheine den Vortrag „Das wichtigste Gespräch unserer Zeit – Unsere Zukunft mit Algorithmen und Künstlicher Intelligenz“. Darin geht es um die Frage, welche Haltung wir Menschen zur KI-Technologie entwickeln, die unser Leben nicht weniger prägen wird als die Computertechnologie oder das Internet. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt beträgt 5 Euro. Infos auf den Seiten der VHS.

Tagung „Menschliche Gesellschaft 4.0“

Der Digitale Wandel verändert unsere Gesellschaft so tiefgreifend, dass er mit der Erfindung des Buchdrucks, gar mit der Entwicklung der Sprache verglichen wird. Der Wandel wird mit Euphorie oder Skepsis beobachtet, Utopien einer besseren Welt ohne Krankheit und Alter konkurrieren mit Dystopien vom totalen Digitalkapitalismus.

Wie soll unsere Gesellschaft zukünftig aussehen? Wie stellen wir uns eine Gesellschaft vor, die digital geprägt ist und gleichzeitig das Attribut
,,menschlich“ trägt?
Haben Christen etwas dazu zu sagen?

Ein Auszug aus der Einladung zur Fachtagung „Menschliche Gesellschaft 4.0 – Christliche Positionen zum digitalen Wandel“ am 1./2. Juli in Lingen, an der ich mich freue teilnehmen zu dürfen. Mein Arbeitgeber ist Mitveranstalter.
„Der Blogger Michael Brendel“, wie es im Ankündigungstext heißt, wird u. a. an einem Podium zum Thema „Demokratisierung und Internet“ teilnehmen, für das auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil eingeladen ist.
Informationen zur Anmeldung werden in den kommenden Wochen auf der Landingpage der Veranstaltung veröffentlicht.

Richter stärken Meinungsfreiheit auf Facebook

Mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz werden die Betreiber sozialer Medien seit Anfang des Jahres zur Löschung von rechtswidrigen Inhalten verpflichtet. Das funktioniert natürlich nicht, die Meinungsfreiheit sehr weite Grenzen hat, die im Einzelfall ein Richter, nicht aber der diensthabende Prakti in der Twitter-Nachtschicht, definiert. Und „lieber mal löschen“, wie es die Netzwerke wohl im Zweifelsfall machen (und dabei gerne auch mal Satiremeldungen zensieren), geht auch nicht.
Jetzt erst recht nicht mehr.
Denn das Oberlandesgericht München hat gegen Facebook eine einstweilige Verfügung erwirkt, weil es einen offenbar populistisch-rechten Post (ist erstaunlicherweise gerade nicht online, kommt aber von der AfD und geht um Grenzkontrollen, daher „offenbar“) wegen der darauffolgenden Diskussion gelöscht hatte. Facebook könne sich nicht auf die selbst definierten Gemeinschaftsstandards berufen, sondern müsse das Grundrecht der Meinungsfreiheit voll durchsetzen, entschieden die Richter.

Diese juristische Aufwertung der Meinungsfreiheit im virtuellen Raum ist wichtig. Natürlich bekommen dadurch auch rechte oder linke Meinungen (weiterhin) ein Sprachrohr, die man für verabscheuenswürdig halten mag. Aber dass sie gesagt (und nur in krassen Fällen gelöscht) werden dürfen, ist heute wichtiger denn je. Nur ein breites Feld an Meinungen hilft die Meinungsblasen, denen wir uns freiwillig oder unfreiwillig unterwerfen, zu sprengen.

Allerdings: Mit dem Urteil wird das Netzwerkdurchsetzungsgesetz noch undurchsetzbarer…