Neue Facebook-AGB – Tipps für ein sauberes Surfen

wormchow / CC BY-NC-SA 3.0
wormchow / CC BY-NC-SA 3.0

Am 30. Januar ändert Facebook seine Geschäftsbedingungen. Ab dann werden nicht nur die auf Facebook.de oder die in der Facebook-App eingegebenen persönlichen Daten und Infos gesammelt und zu personalisierter Werbung verwurstet, sondern auch die Informationen über besuchte Webseiten außerhalb von Facebook. Zudem wird, wenn verfügbar, der Standort des Laptops oder Smartphones gespeichert und mit in die Werbung aufgenommen.

Klar, personalisierte Werbung hat schon ihre Vorteile. Wenn das Handy mir sagt, dass es 200 Meter links eine Currywurst gibt, die mir supergut schmeckt, dann hat es vermutlich recht. Immerhin kennt mich Facebook ganz gut, und zwar deshalb, weil ich dem Netzwerk die meisten Sachen selbst mitteile! Aber dabei soll es bleiben. Ich lehne es ab, ohne mein Wissen auf meinem Weg durchs Internet (oder die Stadt) auf Interessen gescannt zu werden.

Ja, jetzt ist ein guter Grund, Facebook zu verlassen. Die Datensammelwut erreicht mit den Änderungen eine neue Dimension. Wer bleiben will – und ich zähle mich wegen der wunderbaren Kommunikation mit tollen Menschen die mir Facebook ermöglicht, dazu – kann die Datensammlung immerhin eingrenzen. Mit vier Schritte gegen personalisierte Werbung:

1) dem PC oder dem mobilen Endgerät die Weitergabe des eigenen Standorts verbieten. Bei PCs oder Notebooks geht das über die Browser-Einstellungen, bei Apple-Geräten über die Menüs Einstellungen-Datenschutz-Ortungsdienste, bei gerooteten Android-Smartphones über versteckte Funktion App Ops oder das von mir bevorzugte Xprivacy.  Die anderen Android-Nutzer sollten dringend ihr Gerät rooten!

2) Facebook verbieten, nutzungsbasierte Werbung zu erzeugen und anzuzeigen. Auf der Seite Youronlinechoices.com, die von den großen Werbenetzwerken betrieben wird, kann die seitenübergreifende Informationssammlung abgestellt werden – nicht nur von Facebook, sondern von fast 100 Werbedienstleistern! Hier gibt es weitere Infos. Facebook behauptet, es hielte sich an ein über Youronlinechoices.com ausgesprochenes Verbot.
Achtung: Während Facebook sich diese Einstellung offenbar merkt, gilt das für andere Werbenetzwerke nicht. Deshalb auf jedem PC/Tablet/Smartphone Youronlinechoices.com ansurfen und die Werbegenehmigung entziehen!
Achtung: Werbeblocker deaktivieren!

kekfe

3) Cookies beim Schließen des Browsers löschen. Damit werden persönliche Daten, die auf dem Weg durchs Netz hier und da abgesetzt werden (auch nach Schritt 3, machen wir uns nix vor), dem eigenen digitalen Käuferprofil nur lückenhaft hinzugefügt. Da interessenbasierte Werbung, um die es Facebook und anderen Onlinewerbern geht, auf kontinuierliche und damit zuverlässige Infos setzt, ist es sinnvoll, beim Schließen des Browsers Tabula rasa zu machen. Bei Firefox und Chrome gibt es entsprechende Optionen in den Einstellungen.
Achtung: Das automatische Löschen der Cookies könnte dazu führen, dass Sie sich in einige Webseiten bei jedem Besuch neu einloggen müssen. Passwörter werden jedoch, sofern die Option im Browser aktiviert ist, weiterhin gespeichert.

Der 30. Januar ist also kein Tag zum Verzweifeln. In Facebooks AGB-Änderung sehe ich die Chance, meine Selbstbestimmungsrechte als mündiger Internetnutzer zu untermauern. Meine Daten gehören mir. Und Ihre Ihnen. #thedaywefightback

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