Digitale Medienbildung 2019

In den vergangenen beiden Tagen habe ich insgesamt 10 Stunden mit Sechstklässlern in Medienpräventions-Workshops verbracht, zwei Stunden in einem Gespräch mit Schulleitungen und einem Politiker, zwei Stunden einen Vortrag vor Eltern (der Sechstklässler) gehalten und eine zweistündige Einheit mit Lehrerinnen und Lehrern gestaltet. Thema war immer: Digitalisierung im Blick auf junge Menschen. Doch meint ihr, die verschiedenen Gruppen würden darunter dasselbe verstehen? Dieselben Probleme ausmachen? Dieselben Prioritäten setzen? Dieselben Verantwortlichkeiten sehen?
In Die Mensch-App gehe ich ausführlich darauf ein, warum der Begriff Medienkompetenz (und damit Medienbildung) völlig neu definiert werden muss. Die jüngsten Erlebnisse, die allesamt positiv waren und von großer Aufgeschlossenheit gekennzeichnet, zeigen mir: Das ist nötiger denn je. Und eine Diskussion darüber, was Bildung im Blick auf Digitalisierung sein und leisten soll, ist lange überfällig.
Eine Generation Heranwachsender haben wir bereits im digitalen Regen stehen lassen. Schauen wir, dass uns das nicht bei einer weiteren passiert!

Hebt die Digitalisierung die Demokratie aus den Angeln?

Gestern hatte ich die Ehre, als Gast auf dem Podium „Hebt die Digitalisierung die Demokratie aus den Angeln?“ eingeladen zu sein. Das Gespräch wurde vom Ludwig-Windthorst-Haus (meinem Arbeitgeber) und dem Osnabrücker Caritasverband organisiert und fand im Rahmen der Tagung „Menschliche Gesellschaft 4.0“ statt.
Trotz mancher inhaltlicher Differenzen waren die Mitpodiumsgäste Oliver Eckert (BurdaForward), Sabine Frank (Google) und Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer und ich der Meinung, dass in der Digitalisierung trotz vieler aktueller Herausforderungen vor allem Chancen stecken. Moderiert wurde das Gespräch souverän von Ludger Abeln. Hier geht’s zum Veranstaltungsbericht.

„Man hat seitens der Politik nicht ernst genommen, dass da ein junger Mann seine Meinung geäußert hat, noch dazu fundiert. Das ist aber das, was wir in der Demokratie brauchen: dass jemand seine Meinung sagt und noch dazu warum,“ unterstrich Brendel leidenschaftlich.Seine Diagnose, die die Zustimmung der anderen Diskussionsteilnehmer fand: „Die analoge Öffentlichkeit kann mit dieser ganz neuen Art politischer Beteiligung nicht umgehen!“

Aus dem Veranstaltungsbericht

Sabine Frank, Michael Brendel, Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer. Foto: Roland Knillmann

Zeitungsbericht zum Vortrag „Kinder sicher im Netz“

Foto: Markus Strothmann / Neue Osnabrücker Zeitung

Die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet über den Elternabend zum Thema „Kinder sicher im Netz“, auf dem ich am 28. September Referent war. Mit den Eltern und Lehrern der Oberschule am Sonnensee habe ich über digitales Aufwachsen, Privatsphäre und Datensammlung gesprochen. Ich habe versucht (laut Reporter „extrovertiert und in hohem Tempo“ ;-), den Anwesenden die Wichtigkeit eines stetigen „Dranbleibens“ zu verdeutlichen:

Was also sollte man Kindern mit auf den Weg geben, um die Risiken der Internetnutzung zu minimieren? „Sie sollten sich regelmäßig informieren, mögliche Schutzmechanismen anwenden und auf Augenhöhe mit Ihren Kindern reden“, empfahl Brendel. Wenn der Nachwuchs sehr viel besser Bescheid weiß als die Eltern, wird es schon schwierig, auch nur zu reden über problematische Anwendungen, Seiten und Gewohnheiten.

Für meinen Arbeitgeber biete ich den Vortrag auch auf Abruf für Infoabende oder als Fortbildungsmodul an. Infos hier.