Keine Cookies, klare Sicht – einfacher wird Read-it-later nicht!

Omnivore ist die datensensibelste Später-lesen-Anwendung – und ein Umzug vom Platzhirschen Pocket ist – dank ChatGPT – easy!

Das Lesen von Webartikeln über eine Read-it-later-App ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch des Datenschutzes und der informationellen Selbstbestimmung. Eine Read-it-later-App ist eine Anwendung, die es erlaubt, Onlineartikel oder Webseiteninhalte zu speichern, um sie später offline und in einem einheitlichen, individuell anpassbaren Format zu speichern. Schriftgröße, Schriftart und Hintergrundfarbe können definiert werden und alle Webartikel, deren URL in der App gespeichert werden, erscheinen dann in diesem Layout. Zudem können die Nutzer*innen Textstellen markieren und den gespeicherten Artikel Tags, also Schlagworte, vergeben, die beim späteren Wiederfinden helfen. Die Ordnung, die diese Apps bieten, schätze ich sehr. Jede einzelne Quell-Seite zu besuchen ist nicht nur lästig, sondern das jeweilige Layout (Werbung etc.) lenkt auch vom Inhalt ab. Und sich dort durch die Cookie-Abfragen zu quälen ist natürlich auch nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig.

Seit mehr als sechs Jahren nutze ich Pocket als Read-it-later-Dienst. Das zur Mozilla-Stiftung gehörende Angebot ist nach wie vor klasse, aber gewisse Funktionen sind hier nur kostenpflichtig erhältich. Zwischendurch habe ich es mehrfach mit dem Open-Source-Tool Wallabag versucht, bin aber letztlich immer wieder bei Mama Pocket gelandet. Dass ich nun auf Omnivore umgestiegen bin, hat viele Gründe:

  • offener Quellcode
  • unbegrenzte Markierungen
  • Text-to-Speech (Vorlesen von Artikeln, prima für Autofahrten)
  • interner PDF-Viewer
  • per individueller Email können auch Newsletter eingebunden werden
  • ist bislang noch etwas unkomfortabel, aber: Omnivore selbst zu hosten ist möglich

Dennoch habe ich lange gezögert Pocket hinter mir zu lassen. Ich wollte nämlich meine Leseliste und die archivierten Artikel samt Tags mitnehmen, aber die Export-Datei (gibt’s hier) ist nicht mit Omnivore kompatibel. Mindestens zehn im Netz verfügbare Workarounds scheiterten an veralteten Programm-Skripten oder meiner mangelnden Kenntnis der Programmiersprache Python.

ChatGPT, mein Coding-Assistent

Geholfen hat mir die Advanved Data Analysis von ChatGPT Plus. Sie kann die Struktur der Pocket-Export-Datei analysieren und auf die von Omnivore erforderte CSV-Datei umformatieren. Es hat ein paar Versuche benötigt, um dem Chatbot klar zu machen, was ich möchte. Um anderen die Zeit zu sparen, hier die Anleitung (die ChatGPT dann auch noch gleich geschrieben hat):

Links in Pocket-Export-HTML auf Gültigkeit prüfen, Tags anpassen, in Omivore-CSV kopieren

— CHATGPT-OUTPUT START —

Voraussetzungen

Bevor Sie beginnen, stellen Sie sicher, dass die folgenden Komponenten auf Ihrem System installiert sind:

  1. Python: Python 3.x muss installiert sein. Sie können Python von der offiziellen Website herunterladen und installieren.
  2. pip: Das Python Package Installer-Tool. Es wird normalerweise zusammen mit Python installiert.
  3. Beautiful Soup: Eine Bibliothek für Web-Scraping in Python. Sie können sie über pip installieren: pip install beautifulsoup4
  4. Requests: Eine Bibliothek für HTTP-Anfragen in Python. Sie können sie ebenfalls über pip installieren:
    bash pip install requests

Schritte zur Konvertierung

  1. HTML-Export von Pocket herunterladen:
    Exportieren Sie Ihre Pocket-Daten als HTML-Datei und speichern Sie sie auf Ihrem Computer (z.B. als ril_export.html).
  2. Skripte herunterladen:
    Laden Sie die beiden Python-Skripte herunter , die für diese Aufgabe erforderlich sind

Die heruntergeladene ZIP-Datei enthält:

  1. Skript zur Erstellung der tags_to_edit.txt
  2. Haupt-Skript für die Konvertierung
    Wichtig: Bitte passen Sie den Pfad zur ril_export.html bzw. zur CSV-Datei an.
  1. Skripte ausführen:
    • Öffnen Sie die Kommandozeile (CMD oder Terminal) und navigieren Sie zum Ordner, in dem sich die Skripte und die HTML-Datei befinden.
    • Führen Sie zuerst das Skript aus, das die tags_to_edit.txt erstellt.
      bash python [Name des ersten Skripts].py
    • Bearbeiten Sie die neu erstellte tags_to_edit.txt, um die Tag-Zuordnungen nach Ihren Wünschen festzulegen.
    • Führen Sie dann das Haupt-Skript für die Konvertierung aus.
      bash python [Name des zweiten Skripts].py
  2. CSV-Datei prüfen:
    Nachdem das Haupt-Skript ausgeführt wurde, sollte eine neue CSV-Datei (z.B. pocket-tagsbereinigt.csv) im selben Ordner erstellt worden sein. Überprüfen Sie diese Datei, um sicherzustellen, dass sie Ihren Anforderungen entspricht.
  3. Import in Omnivore:
    Sie können nun die erstellte CSV-Datei in Omnivore importieren.

Mit diesen Schritten sollten Sie in der Lage sein, Ihre Pocket-Export-Datei erfolgreich in eine Omnivore-kompatible CSV-Datei zu konvertieren.

— CHATGPT-OUTPUT ENDE —

Sieben Thesen für eine digitale Kirche – Warum Kirche Netz machen sollte

Aktuelles 5/5

Seit März 2022 habe ich einen Podcast. Das glaub’ ich gern sucht nach Antworten auf die Frage, wie Glauben in der heutigen Zeit gelingen kann. Wir leben in einer komplizierten und herausfordernden Welt, in der Gott vielen Menschen fern scheint. Dennoch erlebe ich immer wieder Situationen, in denen ich seine Anwesenheit spüre: sei es in Musik, in der Begegnung mit anderen oder mit mir selbst. Selbst die Technologie oder naturwissenschaftlichen Erkenntnisse, die ja häufig als ein Beweis gegen Gottes Existenz angeführt werden, ermöglichen meiner Überzeugung nach Platz für Glauben.
Darüber berichte ich Monat für Monat, und ich bin froh, dass ich das im Namen meines Arbeitgebers, des Ludwig-Windthorst-Hauses in Lingen, machen darf. Der Podcast ist auf allen gängigen Streamingplattformen zu finden, zudem auf der Webseite www.dasglaubichgern.de.
Ein Instagramkanal begleitet die Themen des Podcasts und lädt zu Kommentaren und Anregungen ein.

Die aktuelle Podcast-Episode Sieben Thesen für die digitale Kirche bringt auf den Punkt, was mich seit Jahren umtreibt: Wann die Kirchen (vor allem die katholische) endlich den digitalen Raum als eine Lebensrealität von Glaubenden und Nicht-Glaubenden, aber auch von Nicht-mehr-Glaubenden und Glauben-Suchenden anerkennen, ihre eigenen analogen Traditionen, Riten und Codes hinterfragen (die für Glaubenseinsteiger*innen nicht immer einladend sind) und sprachfähig werden für die Lebenswelt der auch digital lebenden Menschen. Für die in ihrer Bedeutung und Glaubwürdigkeit immer weniger relevanten Kirchen geht es hier um ihre Zukunft.
Direkt zur Folge geht es hier.

Digitale Pastoral – Macht Kirche Netz?

Aktuelle Projekte 4/5

2019 habe ich meinen ersten Entwurf für die Fortbildung geschrieben – und jetzt, vier Jahre und eine Pandemie später wird sie Realität: eine zweiteilige Seminarreihe für Seelsorger*innen der christlichen Kirchen. Im Kern geht es um die Frage, ob die Kirche im Netz zu der gesellschaftlichen Institution (das Wort Macht verwende ich hier absichtlich nicht) werden kann, die sie in der physikalischen Welt einmal war – und zwar im Blick auf die ureigensten Aufgaben: Da zu sein für die Menschen, die nach wie vor religiöse Bedürfnisse haben, Sorgen mit jemandem teilen wollen oder auf der Suche nach Spiritualität sind. Im Ausschreibungstext habe ich die Ziele der Fortbildung zusammengefasst:

Die Digitalisierung macht auch vor der Kirche nicht halt. Die meisten Gläubigen und Glauben-Suchenden nutzen im Alltag selbstverständlich Apps und Onlinedienste. Doch „die Kirche“ ist in der digitalen Lebenswelt wenig präsent. Glaubensvollzug, Glaubenskommunikation und Seelsorge finden online nur in Einzelfällen statt, und wenn, dann auf Eigeninitative Einzelner und häufig ohne Rückendeckung der Gemeinde-/Kirchenleitung. So vielfältig die Gründe für die digitale Zurückhaltung sind, so gravierend sind die Folgen: Wenn „Kirche“ mit ihren Angeboten nicht in der (auch) digitalen Lebenswelt der Gläubigen präsent ist

, verliert sie – und ihre Deutung der froh machenden Botschaft – weiter an Bedeutung. Doch auch ein positiver Blick auf die Digitialisierung tut der Kirche gut, immerhin bietet sie viele Chancen auf den Kontakt mit Kirchenfernen, übergemeindliche Vernetzung und das Entwickeln neuer kommunikativer, liturgischer und seelsorgerischer Konzepte. 

Der Basiskurs der Fortbildung „Digitale Pastoral“ möchte die Chancen, die sich aus der Digitalisierung für die Kirche ergeben, aufnehmen und auf die Tätigkeiten pastoraler Mitarbeiter*innen herunterbrechen. Eingeladen sind alle im pastoralen Dienst tätige Hauptamtliche, die die digitale Sphäre des kirchlichen Wirkens ergründen und ausprobieren wollen. Die beiden Module geben einen Einblick in Soziale Netzwerke und digitale Ausdrucksformen, reflektieren die theologische Dimension digitaler Kommunikation und suchen nach Antworten auf die Frage, was pastoral Tätige für ihr Wirken im digitalen Raum benötigen. Ein Aufbaukurs, der die erarbeiteten Inhalte vertieft, ist in Planung. 

Ausschreibung Fortbildung “Digitale Pastoral”


Ich hoffe, es wird nicht bei der einzigen Fortbildung dieser Art bleiben und mehr als die 10 Frauen und Männer erreichen, die im ersten Durchgang dabei sind. Der Bedarf an digitalem christlichen Wirken ist weitaus größer.