Neues Buch „Künftige Intelligenz – Menschsein im KI-Zeitalter“

Ich bin sehr froh, nach über anderthalb Jahren intensiver Arbeit die Veröffentlichung meines Buches Künftige Intelligenz – Menschsein im KI-Zeitalter verkünden zu können.
Der Essay beschreibt die Geschichte, Einsatzgebiete und Grundfragen der „Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts“ (Xi Jinping) und fokussiert dabei besonders auf das menschliche Verhältnis zu Technik.
Was heißt es, angesichts immer schlauerer und mächtigerer Algorithmen Mensch zu sein?

Das Buch ist ab sofort im lokalen und Online-Handel erhältlich. Weitere Informationen und eine Leseprobe auf meiner Homepage.

Innenminister wollen Vollzugriff auf unser Privatleben

Als wären der Staatstrojaner und der Seehofer-Plan zum Zugriff auf verschlüsselte Messenger nicht genug, wollen die Landesinnenminister nun auch Smart Home-Geräte abhören. Da mein Entsetzen keine Worte findet, verweise ich auf den treffenden Kommentar vom WDR-Digitalexperten Dennis Horn:

Jede Hintertür, jede Sicherheitslücke, kann immer auch von Kriminellen genutzt werden. Oder von einem Staat, der irgendwann nicht mehr der demokratische und freiheitliche Staat ist, der er war, als diese Gesetze gemacht wurden.

Dennis Horn in WDR 5, 5. Juni 2019


Der gesamte Kommentar findet sich hier.

Richter stärken Meinungsfreiheit auf Facebook

Mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz werden die Betreiber sozialer Medien seit Anfang des Jahres zur Löschung von rechtswidrigen Inhalten verpflichtet. Das funktioniert natürlich nicht, die Meinungsfreiheit sehr weite Grenzen hat, die im Einzelfall ein Richter, nicht aber der diensthabende Prakti in der Twitter-Nachtschicht, definiert. Und „lieber mal löschen“, wie es die Netzwerke wohl im Zweifelsfall machen (und dabei gerne auch mal Satiremeldungen zensieren) 615-544-1480 , geht auch nicht.
Jetzt erst recht nicht mehr.
Denn das Oberlandesgericht München hat gegen Facebook eine einstweilige Verfügung erwirkt, weil es einen offenbar populistisch-rechten Post (ist erstaunlicherweise gerade nicht online, kommt aber von der AfD und geht um Grenzkontrollen, daher „offenbar“) wegen der darauffolgenden Diskussion gelöscht hatte. Facebook könne sich nicht auf die selbst definierten Gemeinschaftsstandards berufen, sondern müsse das Grundrecht der Meinungsfreiheit voll durchsetzen, entschieden die Richter.

Diese juristische Aufwertung der Meinungsfreiheit im virtuellen Raum ist wichtig. Natürlich bekommen dadurch auch rechte oder linke Meinungen (weiterhin) ein Sprachrohr, die man für verabscheuenswürdig halten mag. Aber dass sie gesagt (und nur in krassen Fällen gelöscht) werden dürfen, ist heute wichtiger denn je. Nur ein breites Feld an Meinungen hilft die Meinungsblasen, denen wir uns freiwillig oder unfreiwillig unterwerfen, zu sprengen.

Allerdings: Mit dem Urteil wird das Netzwerkdurchsetzungsgesetz noch undurchsetzbarer…